Frauen, die sich an der Stange halten
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- Category: Sex
- Created on Thursday, 03 November 2011 13:35
Schlanke, durchtrainierte Frauenkörper, die in knappen Outfits und auf High Heels akrobatisch-lasziv an der Stange hängen: Das kennt Mann – aus Stripclubs und einschlägigen Rotlicht-Bars. Frau kennt’s klarerweise auch – und immer mehr finden Gefallen an der Sache: Poledance-Studios schießen wie Pilze aus dem Boden, Damen aller sozialer Schichten wickeln sich mehrmals pro Woche ums vertikale Gestänge. So scharf waren Fitness-Programme noch nie ...

Lokalaugenschein bei Polearts, dem führenden Stangentanz-Club der Ösi-Hauptstadt Wien: Die Räumlichkeiten wirken sauber und gepflegt, die Atmosphäre ist hell und freundlich, doch wo im 08/15-Fitnesscenter die handelsüblichen Quäl-Geräte herumstehen, finden sich hier lediglich blitzblank geputzte Stangen. Zehn an der Zahl. So ist nach wenigen Sekunden bereits klar: Ja, das ist wahrlich Fitness der anderen Art. Hier wird nicht unästhetisch gedrückt und gepumpt, hier wird lüstern mit den Hüften gewackelt, aufreizend getanzt und verführe-risch das Bein geschwungen – alles im Auftrag der Körperertüchtigung. Wobei dem männlichen Auge natürlich gestattet ist, sich daran sattzusehen. Mona Arbinger, 29-jährige Chefin des Studios, ist schon ein alter Hase im relativ neuen Poledance-Geschäft. Vor etwas mehr als zwei Jahren bot sie erstmals Stangenkurse in Österreich an, Ende 2010 eröffnete sie den Hauptstandort im zweiten Wiener Gemeindebezirk – mit anfangs spärlichen Erfolgen. „Zu Beginn schmetterten mir alle, denen ich von meinem Einstieg in die Poledance-Szene erzählte, die üblichen Vorurteile an den Kopf. Ich wurde sogar gefragt, ob ich vorhätte, ein Bordell zu betreiben“, erinnert sich Mona. Die Moralinsäure in den Hirnwindungen gedanklich Rotlicht-Geschädigter spiegelte sich demnach auch in den Teilnehmerzahlen der ersten Kurse wider: Über vier Stangen-Interessierte kam Arbinger damals nicht hinaus. Doch die Trendwende kam – und das im Eilzugtempo: Seit Monaten geben sich potenzielle Tanzmäuse die Klinke in die Hand, die Kurse sind übers Jahresende hinaus ausgebucht – Arbingers Fitness- Bastion erkämpfte sich im wahrsten Wortsinn die Poleposition. Weshalb nun der plötzliche Enthusiasmus von Frauen, sich einer inkarnierten Männer-Fantasie gleich an die Stange zu schmiegen? „Keine Ahnung“, gesteht Mona, „aber glücklicherweise ist’s nun so.“ Einen möglichen Grund schüttelt sie dann doch noch aus dem Ärmel: Die Medien waren’s. Sie hätten sich dem Thema in letzter Zeit ohne Scheuklappen genähert und das habe den notwendigen Kick gegeben, diese Sportart im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung nunmehr positiv zu besetzen.
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