Kuwait today
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- Category: Reisen
- Created on Thursday, 02 February 2012 10:00
Öl schießt aus der Erde, Panzer verrosten im Sand und auf Müllhalden vergammeln funktionstaugliche Jetski. PENTHOUSE rast per geländetauglichem Mini Cooper Countryman durch das Wüstenland.
Wer Kuwait bereist, braucht vorallem eines: Geld wie Heu. Schicken ausländische Agenturen ihre Außendienstmitarbeiter ins Land der Ölbarone, werden höchste Diäten genehmigt. Die Preise hier sind enorm – Hotels sind sauteuer, gutes Essen auch, und wer glaubt, in Kuwait auf Schnäppchenjagd gehen zu können, der irrt sowieso. Kuwait ist nichts für Low Budget-Reisende. Kuwait gehört zu den reichsten Ländern weltweit und die Preise sind dementsprechend. 50.000 Dollar Durchschnittseinkommen pro Mann und Nase sprechen für sich. Angeblich verdienen selbst Einheimische ohne Arbeit beträchtlich, dem Öl sei Dank, und anders als in Dubai oder in den meisten anderen Golfstaaten ist von einer Endzeitstimmung aufgrund des enden wollenden schwarzen Goldes nichts zu spüren. Kuwaits touristische Avancen stecken wahrscheinlich genau deshalb in den Kinderschuhen. Sehenswürdigkeiten sind Mangelware. Touristische Agenturen konnte ich im Vorfeld keine finden, Reiseführer über Kuwait existieren kaum, und selbst eine Straßenkarte zu kaufen erweist sich als unbezwingbare Herausforderung – die alten Karten sind nicht mehr repräsentativ, werden deshalb nicht mehr verkauft, und die neuen kommen erst in den nächsten Monaten heraus. Und da ich vergessen habe, meinen superstylishen Mini Countryman mit einem Navi ausrüsten zu lassen, kurve ich mehr mit Intuition als Plan durch die Straßen. Aber das klappt recht gut, die Menschen sind hilfsbereit und Kuwait ist nicht größer als Niederösterreich und somit überschaubar. Cruist man die Arabic Gulf Street entlang, steht man erstens oft im Stau – und zweitens ist man umgeben von fetten Maseratis, Ferraris und Corvettes. Martialischer Motorenlärm konkurriert mit rhythmisch schlagenden Bässen. Palmen, Meer und prachtvolle Bauten säumen diese Küstenstraße. Mein erstes Ziel ist eine der neun Inseln Kuwaits, acht dieser Inseln sind belanglos oder für militärische Aufgaben und nur eine – Failaka – angeblich für touristische Zwecke. Mit einer Fähre kommt man direkt von Kuwait City innerhalb von zwei Stunden hin. Bei der Überfahrt lerne ich die ersten außergewöhnlichen Kuwaiter kennen. Alle nett, alle stinkreich. Am Boden sitzend, trinken wir Tee, essen Datteln und ich lausche Geschichten, die Tausendundeinenacht prüde wirken lassen.
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