Hetzjagd der Renn-Raketen
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- Category: Sport
- Created on Tuesday, 03 May 2011 15:59
Dass der Werbeclaim „Red Bull verleiht Flügel“ kein leerer Scherz ist, musste die Konkurrenz der Mateschitz’schen Brausebuben längst bitter spüren. Und es hat den Anschein, als würde sich an Präsenz und Aggressivität von Vettel, Webber und dem Bull-Team nichts ändern.
Doch wie Melbourne zeigte, werden die Verfolger den Weltmeister Sebastian Vettel weiter unerbittlich jagen, es sind aus 2010 ja noch diverse Rechnungen offen. So wird vor allem ein spanischer Torero die rot-blauen Bullen hetzen. Sein Name: Fernando Alonso. Er wird alles daransetzen, wieder die Nummer eins zu werden. Wartet er auf den dritten Titel doch schließlich schon seit fünf Jahren so sehnsüchtig wie ein immer wieder nominierter Hollywoodstar auf den neuerlichen Oscar. Besonders bitter, wenn die Trophäe schon zum Greifen nahe war, wie in der vergangenen Saison. Deshalb gilt Alonso auch bei vielen als Teer fressender Favorit. Zumindest bei all denen, die nicht auf Vettel wetten. Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders und Jenson Button fährt sich nach vorne. Oder Michael Schumacher? Ex-Champion Mika Häkkinen jedenfalls warnt: „Unterschätzt bloß den Schumi nicht, jetzt hatte er die Möglichkeit, an der Entwicklung des neuen Rennwagens teilzunehmen.“ Er könnte nicht Unrecht haben, wenn man bedenkt, dass der Multiweltmeister aus Kerpen in der Comeback-Vergangenheit auf der Piste leider mehr mit seinem Auto als mit dem Konkurrenzfeld zu kämpfen hatte. Wenn die Technik des brandneuen Mercedes GP W02 (760 PS, 344 km/h Spitze, Verbrauch 50 – 70 Liter/100 km) jetzt mitspielt – und diesmal ist Mercedes-Rennsportchef Norbert Haug richtig optimistisch – könnten sich auch die langnasigen Silberpfeile mit Schumi und Nico Rosberg in den Cockpits blitzschnell zu Vettel-Jägern entwickeln. 18 Rennen wird es dieses Jahr noch geben. Spannend wird diese Saison schon deshalb, weil wie üblich wieder ein neues Reglement greift. Es sieht unter anderem vor, dass sämtliche Teams ab sofort ausschließlich mit Pirelli-Reifen fahren, Bridgestone ist passé. Die neuen Pneus könnten durchaus zu einer Wettbewerbsverschiebung führen, denn es muss sich zeigen, welche Autos damit am besten harmonieren und welche Fahrer wie gut mit den neuen Reifen und den Gummimischungen zurechtkommen. Einige Piloten kritisieren schon jetzt den zu hohen Abrieb der Pirellis. Weil das Auto nach zehn bis fünfzehn Runden bis zu fünf Sekunden langsamer sein kann, könnte das zu häufigeren Boxenstopps oder zur sparsameren Fahrweise beitragen. Zweiteres wäre eher schlecht für die Show.
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