Geboren um zu Geben
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- Category: Musik
- Created on Thursday, 05 April 2012 10:00
Jahrelang waren sie nur der Gothic-Szene ein Begriff, seit 2010 ist alles anders: Mit „Geboren um zu leben“ schossen Unheilig kometenhaft in die Chart-Stratosphäre, es hagelte Preise und Auszeichnungen, der Tonträger „Große Freiheit“ ging sagenhafte 1,7 Millionen Mal über den Ladentisch. Ein Höhenflug, den der Nachfolger „Lichter der Stadt“ wohl prolongiert. Das Sympathische: Der Graf lässt „Normalbürger“ an seinem Erfolg teilhaben ...

Ein plötzlicher Erfolg, den er sich im Übrigen selbst bis heute nicht ganz erklären kann. „Wenn du hart arbeitest, wird es dir irgendwann gelingen, die Früchte deiner Anstrengungen zu ernten – davon waren wir von Anfang an überzeugt. Dass dies mit ,Geboren um zu leben‘ jedoch dermaßen ausartet, davon hätten wir niemals zu träumen gewagt“, gesteht der Graf offenherzig. Verständlich: Denn weder biederten sich Unheilig mit einem Mal dem Mainstream an, noch änderten sie ihren musikalischen Modus operandi. Im Gegenteil: Sie pressten genau das auf Platte, was sie auch im Jahrzehnt davor auf selbige pressten. Deutschrock mit melancholisch-tiefsinnigen Texten, manchmal melodisch, manchmal von der härteren Gangart. „Als Türöffner fungierte eindeutig der Song ,Geboren um zu leben‘. Plötzlich wurden wir im Radio gespielt, zu TV-Shows eingeladen, konnten uns einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Und zu unserem Glück haben sich die Menschen offenbar in unsere Musik verliebt“, analysiert der „Rock-Adelige“. Eine Liebesbeziehung, die bei manchen erst spät erblühte. „Viele wussten vor ,Geboren um zu leben‘ gar nicht, dass es Unheilig gibt. Die brachten schon sieben Alben raus? Was haben die vorher gemacht? Das dachten sich sicher einige“, witzelt der Graf.
Egal: Jetzt sind Unheilig eine fixe Größe, „Lichter der Stadt“ schickt sich an, diesen Status noch zusätzlich einzuzementieren. Doch halt! Warum eigentlich Unheilig? Was soll der Name? Der Graf liefert sofort die Erklärung: „Ich bin ein sehr religiöser Mensch, es vergeht kein Tag, an dem ich nicht zu Gott bete. Doch brauche ich kein kirchliches Regelwerk, das mir Verhaltensmuster vorgibt, um dem lieben Gott näher zu sein. Entscheidet man sich so für die Ausübung eines freien Glaubens, ist man in den Augen sämtlicher Religionsgemeinschaften ein Unheiliger. Das steckt hinter der Bandbezeichnung!“ Ja, und wie stellt sich der Graf besagten „lieben Gott“ nun vor? Als Mischung aus Person und uns alle dauerhaft umgebender Energieform! „Ich bin überzeugt davon, dass wir dahin, wo wir herkommen, wieder zurückkehren. Die Schöpfung ist eine komplexe, in sich geschlossene Einheit. Dessen bin ich mir sicher. Aber mir reicht die Gewissheit zu wissen, dass da was ist. Wie das nun im Detail aussieht, darüber mache ich mir keinen großen Kopf.“
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