Verrückter Vierer mit zweitem Atem
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- Category: Musik
- Created on Thursday, 03 November 2011 13:35
Sie haben alles hinter sich, was ein zünftiges Rocker-Leben ausmacht: Drogenexzesse, die Existenz der Band in Frage stellende Grabenkämpfe, skandalumwitterte Beziehungen mit Auszieh-Mädels – und dennoch sind sie nicht totzukriegen. Ganz im Gegenteil: Mit Tournee, einem Sammelsurium neuer alter Platten und einem Filmprojekt stehen Mötley-Crüe-Fans goldene Zeiten ins Haus. Und plötzlich haben sich die Originalmitglieder der einstmals „gefährlichsten Band des Planeten“ unheimlich lieb ...

Vince Neil, Nikki Sixx, Mick Mars, Tommy Lee: Namen, die Metal- und Glam-Rock-Liebhaber zum inbrünstigen Zungenschnalzen verführen. Trat das sich Mötley Crüe nennende Quartett doch 1981 an, die Rock-Szene aufzumischen – was mit beeindruckender Präzision auch gelang. Ihre Alben verkauften sich bislang über 50 Millionen Mal, Hits wie „Too Fast for Love“, „Shout at the Devil“ oder „Looks that Kill“ schrieben Musikgeschichte. Den Fallstricken des Erfolgs entkamen die taffen Charakterköpfe jedoch nicht. Zwei der „Gründerväter“ (Vince Neil, Tommy Lee) zeigten dem Rest der Crüe nach zum Teil wüsten Auseinandersetzungen jahrelang die kalte Schulter, sie sprangen nicht nur einmal dem Drogentod von der Schaufel, in die Brüche gegangene Beziehungen waren ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse. Dabei dürften es zweien der vier vor allem Baywatch-Babes angetan haben: Tommy Lee vergnügte sich schlagzeilentauglich mit Pamela Anderson (deren Sex- Video auf hoher See huscht heute noch durchs Internet), Nikki Sixx besprang Donna D’Errico, eine der kurvenreichen Blondinen, die nach Pams Abgang gegen das drohende Quotentief anschwimmen sollten. Egal, denn die Wellentäler der Vergangenheit scheinen allesamt durchwatet: Seit ihrem 2008er-Longplayer „Saints of Los Angeles“ sind die Original-Mötleys wieder vereint, jetzt herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Die gute Stimmung mündet sogar in einem fast historisch anmutenden Schwall neuer Projekte innerhalb kürzester Zeit: Mitte November erscheint ein halbes Dutzend alter Crüe-Albumklassiker in remastertem Gewand (auch als streng limitierte Vinyl-Replica-CDs mit 16-seitigem Booklet), Anfang Dezember schießen sie eine brandneue Greatest-Hits-Scheibe nach – und zum Drüberstreuen arbeiten sie an einem Kinofilm namens „The Dirt“, der voraussichtlich 2013 auf der großen Leinwand zu bestaunen sein wird. Wie es eigentlich zu dieser Eruption an Arbeitswut kam? PENTHOUSE traf Drummer und Enfant terrible Tommy Lee, er plauderte aus dem Nähkästchen.
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