Der Mick Jagger der Deutschen Comedy
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- Category: Interviews
- Created on Monday, 30 May 2011 09:45
Der Mann ist ein Phänomen: Alles, was Mario Barth anpackt, wird zu Gold. Seine TV-Shows verzeichnen Top-Quoten, das aktuelle Programm „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch!“ geht ob des großen Erfolgs ab Herbst in die Verlängerung – und jetzt holt der Weltrekordhalter (trat im Juli 2008 vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion auf; sicherte sich damit den Titel „Live-Comedian mit den meisten Zuschauern“; der Zweitplatzierte, US-Komiker Chris Rock, hat gerade mal läppische 15.000 vorzuweisen) zum nächsten Schlag aus.

PENTHOUSE:
U2, die Rolling Stones oder Bon Jovi: Das sind im Normalfall jene, die zur Sommerszeit durch bundesdeutsche Stadien touren.
Jetzt gesellt sich auch Mario Barth zu dieser elitären Riege hinzu. Wäre es falsch zu behaupten, dass Sie den Rock in die
deutsche Comedy-Szene bringen?
MARIO BARTH:
Nee, das ist schon richtig. Hat das Ganze doch schon mehr mit Rock denn mit klassischer Comedy zu tun. Ab 15 Uhr öffnen
sich die Stadientore, ab 16 Uhr sollen die Leute unterhalten werden – daher das satte Programm mit Vorgruppen. Sido, Madcon,
DJ Bobo, Revolverheld und alle anderen zu bekommen, gestaltete sich dabei als gar nicht mal schwierig: Die meisten kannte ich
von meinen Fernseh-Shows – und glücklicherweise hatten alle Bock drauf.
PENTHOUSE:
Sozusagen die neue Art der Comedy-Show als Party-Event. Wollen Sie genau das erreichen?
MARIO BARTH:
Exakt, wir peilen einen Event für die ganze Familie an. Anstelle der üblichen Einlassmusik zur klassischen Comedy-Show
gibt es hier eben eine ganze Reihe prominenter Vorgruppen – zum selben Eintrittspreis. Die Leute bekommen hier drei,
vier Top-Acts geboten, dann komm ich, zum Abschluss noch ein geiles Feuerwerk. Und das zum Preis, den man sonst nur aus
der Halle kennt.
PENTHOUSE:
Klingt verlockend. Ein Experiment – oder steckt eine andere Idee dahinter?
MARIO BARTH:
In erster Linie wollte ich den Fans einfach mal Danke sagen. Mit verschiedenen Programmen bin ich seit immerhin zwölf Jahren
beinahe permanent auf Tour, jetzt möchte ich für so viele Menschen wie möglich eine klasse Party auf die Beine stellen.
Mit einem gewaltigen Unterschied: Während zu einer normalen Fete vielleicht 100 Leute kommen, kommen zu uns 55.000 oder mehr.
PENTHOUSE:
Madcon hielten ja im letzten Jahr beim Song Contest mit ihrem Flash Mob Dance „Glow“ ganz Europa auf Trab. Existieren Pläne für
den ersten Comedy Flash Mob der Geschichte?
MARIO BARTH:
Eine gute Idee. In Berlin zeichnen wir das wieder für eine DVD Verwertung auf – und wenn da 70.000 Menschen den Flash Mob mitmachen,
sieht das natürlich grandios aus.
PENTHOUSE:
Sie haben bereits vor 70.000 im Berliner Olympiastadion gespielt, dennoch ist Derartiges für einen Comedian immer noch die Ausnahme.
Macht man sich anfangs nicht in die Hose, wenn man plötzlich vor so vielen Menschen performen muss?
MARIO BARTH:
Natürlich, 70.000 Menschen sind etwas ganz anderes als 10.000. Zudem ist die Bühne mehr als doppelt so groß wie jene in Hallen,
das Timing ist anders, der ganze mir zur Verfügung stehende Platz muss bespielt werden. Da stellt sich doch eine gewisse Aufregung
ein – aber das trägt auch zur positiven inneren Spannung bei.
PENTHOUSE:
Das ist nachvollziehbar. Doch was tun, wenn Sie merken, dass ein Witz danebengeht? Wie schaffen Sie es, das Ruder herumzureißen,
um die Stimmung nicht versacken zu lassen?
MARIO BARTH:
Einfach weiterspielen. Wenn ich nur einen Witz im ganzen Programm habe und der funktioniert nicht, habe ich wirklich ein Problem.
Ich habe aber glücklicherweise mehrere auf Lager – und klappt einer mal tatsächlich nicht, spiele ich weiter, als wäre nichts
geschehen. (lacht)
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